Ottengrün
(bei Neualbenreuth, Lkr Waldsassen)

     Pfarrhof und ehemalige Schule in Ottengrün

In einem Versetzungsgesuch schildert Johann Georg B. die Schul- und Wohnverhältnisse in Ottengrün.
Beweggründe für das Versetzungsgesuch waren:

1) die sehr beschränkte Lehrerwohnung, welche bloß aus einem Wohnzimmer und einer unbeheizbaren Nebenkammer besteht.

2) der nie endende Zwist mit dem Herrn Expositus

3) der Mißstand , dass sich bei hiesigem Schulhause kein Wasser befindet, welch letzteres von dem 1/4 Stunde vom Schulhause entfernten Dorfe Ottengrün zu dem auf dem Berge stehenden Schulhause geschafft werden muss, ein Mißstand, den nur jener fühlt, der damit im Winter beteiligt ist, der aber durch einen Brunnen oder Errichtung einer Wasserleitung beseitigt werden könnte....

Ehemals befand sich beim Schulhause selbst ein Brunnen, auch der Bäcker, der auch auf diesem Berg wohnt, hatte einen solchen. Allein jener wurde eingeglichen, da er diesem das Wasser entzog, dieser dagegen ist im vergangenen Winter total verfallen. So haben nun Geistlicher, Lehrer und Bäcker kein Wasser und würde der letztere einen beträchtlichen Geldbeitrag zur Herstellung einer Wasserleitung leisten.
Aber nicht nur dieserwegen, auch der Schulkinder wegen wäre es dringend geboten, dass für nötiges Wasser gesorgt würde. Wirklich bedauernswert sind diese, wenn man sie, vor allem die kleineren, sieht, wie sie ihr trockenes Mittagsbrot sozusagen hinunterdrücken müssen und um nur einigermaßen Feuchtigkeit zu haben, Schnee und Eis essen. Die Folgen brechen dann gewöhnlich während der Schule aus, oft so arg, dass man meinte, es müsse einem von dem vielen Husten der Kopf zerspringen. ...