An die königliche Regierung der Oberpfalz                                                          Daberg. den 22. Mai 1880
und von Regensburg, Kammer des Innern

Betreff: Gehorsamste Bitte des Schullehrers Georg B. zu Daberg, kgl. Bezirksamt Cham,
              um gnädige Verleihung einer Gratifikation

Allgemein bekannte Tatsachen beweisen, dass hohe königliche Regierung die Bitten unverschuldeter armer Schullehrer mit aller Aufmerksamkeit anzuhören und mit Willfährigkeit zu unterstützen und zu gewähren geruhe.
Dies gibt daher auch dem Unterzeichneten den Mut, hohe königliche Regierung in seiner bedrängten Lage um Hilfe anzuflehen und insbesonders um die gnädige Erteilung einer ihm angemessenen Gratifikation gehorsamst zu bitten.

Die Beweggründe, welche seine gehorsamste Bitte unterstützen, sind

1) hat Unterzeichneter außer seinem Gehalt weiters gar keinen Verdienst.

2) ist er mit 3 unerzogenen Kindern beladen und hat nebenbei auch noch seine 70 Jahre alte und stark
    gebrechliche Mutter zu unterstützen.

3) kann er bei den in dieser Gegend bestehenden hohen Preisen aller Lebensbedürfnisse von seinem
    Gehalte die Vereinsbeiträge, die Steuern und hohen Gemeinde- und Schulumlagen nicht mehr
    bestreiten, daher er

4) in wahrer Dürftigkeit leben muß.

5) glaubt er sagen zu dürfen, daß er dessen ungeachtet die Pflichten seines Amtes mit unermüdetem Eifer
    erfüllet habe und kann sich auf die Zufriedenheit seines vorgesetzten Distrikts-Schulinspektors berufen.
 

In Erwägung dieser Gründe hofft er, dass seine gehorsamste Bitte gnädigst erhört werde.

Der königlichen Regierung der Oberpfalz und von Regensburg, Kammer des Innern

gehorsamster Georg B., Schullehrer