Unterthänigst gehorsamste Bitte des Schullehrers Georg B. zu Ottengrün , kgl Bezirksamt Tirschenreuth , um gnädigste Verleihung der dienstlichen Verehelichungsbewilligung

Die exponierte Lage, in der sich die Lehrerwohnung dahier befindet, lässt es nicht zu, dass ich Verköstigung finden kann, dass ich ohne bedeutende Auslagen die nötigen Bedienungen erhalte.
Ich habe mich deshalb entschlossen, mich mit der Rosina Z. von Ottengrün zu verehelichen und wage daher an eine Hohe kgl. Regierung der Oberpfalz und von Regensburg, Kammer des Innern, die unterthänigst gehorsamste Bitte zu stellen.
Hochdieselbe wolle huldvollst geruhen, mir die dienstliche Verehelichungsbewilligung mit der ledigen Häuslerstochter Rosina Z. von Ottengrün gnädigst verleihen.
Um die Beilage der nötigen Zeugnisse zu vermeiden, wage ich unterthänigst gehorsamst zu bemerken, dass meine Braut am 2. März 1850 geboren, katholischer Konfession ist und ein Vermögen von 229,72 Mark besitzt. Ich selbst bin seit dem Jahre 1869 bis 1872 der Eigenschaft als Schulgehilfe und seit dem Jahre 1872 als Schullehrer Mitglied der II.Klasse des Vereins für Unterstützung der Relikten der Schullehrer im Kreis Oberpfalz und von Regensburg.
Mit dem Vertrauen, auf die gnädigste Gewährung meiner unterthänigsten Bitte hoffen zu dürfen, erstirbt in vollster Hochachtung und Verehrung

einer hohen kgl. Regierung der Oberpfalz und von Regensburg, Kammer des Innern

unterthänigst gehorsamster                               Johann Georg B. , Schullehrer