Daberg

Das Schulhaus in Daberg war aus Holz und in sehr schlechtem Zustand. Es könnte eventuell so ausgesehen haben wie das alte Schulhaus in Fronau bei Roding (heute Schulmuseum).

Die Schule in Daberg wurde 1829 erbaut. Es bestand aus einem Erdgeschoß mit einem Lehrzimmer und zwei Räumen als Lehrerwohnung. 50 Jahre später, im Jahre 1879 wurde es um ein Stockwerk erhöht.

In der Bayerischen Ostmark (Beilage des Regensburger Anzeigers von 1932) kann man über die Schule Daberg folgendes lesen:
 

...Am bedürftigsten von allen Grenzschulen jedoch dürfte die Schule Daberg sein. Sie untersteht wohl der Stadtgemeinde Furth im Wald, die in der Stadt selbst ein ausgebautes, vorbildliches Schulwesen hat, aber finanziell nicht in der Lage ist, mit den Verhältnissen entsprechend geringen Zuschuss von 10 000 Mark Osthilfe und 5000 Mark Kreiszuschuss den unumgänglich notwendigen Schulhausbau auszuführen.
Daberg ist der vorgeschobenste Grenzschulposten der ganzen Oberpfalz; der erste tschechische Grenzpfahl ist nur 7 Minuten vom Schulhause entfernt. Die Schule ist ungeteilt, d.h. sämtliche Jahrgänge, Knaben und Mädchen, werden von einer einzigen Lehrkraft unterrichtet. Das wäre ja an und für sich nicht so schlimm, wenn nicht dem Erziehungs- und Unterrichtserfolg durch zu große Kinderzahl und direkt unhygienische Verhältnisse große Schranken gesetzt wären.
An nachstehender Tabelle lässt sich der Schülerstand genau feststellen.
 
 

Schuljahr
Schülerstand
Abgang am Ende des Schuljahres
Eintritt im folg. Schuljahre
1928/29
77
10
17
1929/30
84
  3
12
1930/31
93
10
18
1931/32
101
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Zur Unterrichtserteilung steht lediglich ein Schulzimmer (die Bezeichnung Saal ist nicht zutreffend) zur Verfügung, mit einem Flächenraume von 54,02 Quadratmetern und einem Luftraum von 102,06 Kubikmetern. Ein Kind muss sich beim Stande von 84 im laufenden Schuljahr mit einer Fläche von 0,64 Quadratmetern und einem Luftraum von 1,93 Kubikmetern begnügen.In den folgenden Schuljahren verringern sich diese Zahlen erheblich.
Diese Zahlen allein geben schon ein Bild von der herrschenden Not. Dass den Schülern jede Bewegungsmöglichkeit genommen ist, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass in die Dreisitzerbänke 4 bis 5 und in die Viersitzerbänke 7 Kinder durchschnittlich gepfercht werden müssen.
Die vollständige Übersicht über seine Schule ist dem Lehrer unmöglich gemacht und die Störung des Unterrichts lässt sich nicht vermeiden. Weitere Schulbänke lassen sich nicht einreihen, da der Raum derart ausgenützt ist, dass sich sogar die Zählmaschine nicht übersichtlich aufstellen lässt.
Der Reinigung des Schulzimmers sind durch den schlechten Boden und den großen Spalten zwischen den einzelnen Brettern Schranken gesetzt und es lässt sich nicht verhindern, dass nach e i n e r Unterrichtsstunde schon der Staub alle Gegenstände wieder überdeckt.
Da die Schulkinder durchwegs Einöden entstammen, sind sie gezwungen, im Winter und bei schlechter Witterung die Mittagspause ebenfalls im Schulzimmer zu verbringen.
Wie die Lungen der Kinder und die des Lehrers in Mitleidenschaft gezogen werden, kann man sich leicht vorstellen. Zudem ist das Schulhaus hochgradig feucht und der Hausschwamm ein jährlicher Gast. ....

Im Jahre 1934 wurde dieses alte Schulhaus durch einen Neubau ( heute Feuerwehrhaus) ersetzt.